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SEO- und GEO-Glossar

25 Begriffe aus klassischer Suchmaschinenoptimierung und aus dem, was seit den KI-Antworten dazugekommen ist. Kurz definiert, mit dem Unterschied, den die meisten Erklärungen auslassen.

KI-Sichtbarkeit & GEO

GEO (Generative Engine Optimization)

GEO bezeichnet die Optimierung von Inhalten darauf, in den Antworten generativer Systeme wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Google AI Overviews vorzukommen – als Aussage, als Quelle oder als genannte Marke.

Der Unterschied zu SEO ist nicht das Handwerk, sondern die Zielgröße. SEO optimiert auf eine Position in einer Ergebnisliste, GEO auf die Aufnahme in einen erzeugten Text. Es gibt keine Position 1, keinen Rankingbericht und in vielen Fällen keinen Klick.

KI-Sichtbarkeit

KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie eine Marke, Domain oder Person in den Antworten von KI-Systemen auftaucht – genannt, beschrieben oder als Quelle verlinkt.

Anders als eine Google-Position ist sie nicht stabil abfragbar: Dieselbe Frage liefert je nach Modell, Zeitpunkt, Sprache und Kontext ein anderes Ergebnis. Messbar wird sie nur über wiederholte Stichproben mit festen Prompts, nicht über eine einmalige Abfrage.

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llms.txt

llms.txt ist eine 2024 vorgeschlagene Markdown-Datei im Wurzelverzeichnis einer Website, die Sprachmodellen eine kuratierte Übersicht der wichtigsten Inhalte geben soll – gedacht als Ergänzung zu robots.txt und Sitemap.

Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um einen Vorschlag, nicht um einen Standard. Kein großer Anbieter hat bislang öffentlich bestätigt, die Datei auszuwerten. Der Aufwand ist gering, der belegte Nutzen bisher auch. Wer sie anlegt, sollte das wissen und nicht als erledigte GEO-Maßnahme verbuchen.

KI-Bots: GPTBot, ClaudeBot, Google-Extended

KI-Bots sind die User-Agents, mit denen KI-Anbieter Websites abrufen. Sie lassen sich in der robots.txt einzeln steuern – aber nur, wenn man weiß, welcher Bot wofür zuständig ist.

Zu trennen sind drei Zwecke: Training (GPTBot, ClaudeBot), Suchindex des Anbieters (OAI-SearchBot, Claude-SearchBot, PerplexityBot) und Abruf im Moment der Nutzerfrage (ChatGPT-User, Claude-User). Wer alles pauschal sperrt, verhindert auch die Nennung als Quelle.

Der häufigste Irrtum betrifft Google-Extended: Das ist kein Crawler, sondern nur ein robots.txt-Kennzeichen, das die Nutzung für Gemini-Training regelt. Gecrawlt wird weiter vom Googlebot, und die AI Overviews greifen auf denselben Index zu. Sperren entfernt dich also nicht aus den KI-Antworten in der Google-Suche.

Zero-Click

Zero-Click beschreibt eine Suchanfrage, die direkt im Ergebnis beantwortet wird und zu keinem Besuch auf einer Website führt – durch Featured Snippet, Wissenspanel oder eine KI-Antwort.

Für die Messung heißt das: Die Impression entsteht, die Nennung entsteht, der Klick nicht. Wer Sichtbarkeit weiter über Sessions bewertet, sieht in genau den Bereichen einen Rückgang, in denen er gerade gewinnt.

Die 93-%-Illusion

Brand-Mention (unverlinkt)

Eine Brand-Mention ist die Nennung eines Marken-, Firmen- oder Personennamens ohne gesetzten Link.

Im klassischen SEO galt sie als schwaches Signal. Im GEO-Kontext ist sie die eigentliche Währung: KI-Systeme geben Namen wieder, nicht Linkziele. Wer in Foren, Fachmedien und Verzeichnissen konsistent genannt wird, taucht in Antworten auf, auch ganz ohne Backlink.

Share of Voice in KI-Antworten

Der Share of Voice in KI-Antworten gibt an, in wie viel Prozent der Antworten auf ein festes Prompt-Set die eigene Marke genannt wird – im Verhältnis zu den Mitbewerbern in denselben Antworten.

Damit die Zahl etwas bedeutet, braucht es ein unverändertes Prompt-Set, mehrere Modelle und regelmäßige Wiederholung. Eine einmalige Abfrage ist eine Anekdote, keine Kennzahl.

Technisches SEO

Crawling vs. Indexierung

Crawling ist das Abrufen einer Seite durch einen Bot, Indexierung die Aufnahme in den Suchindex. Beides ist unabhängig voneinander, und die Verwechslung erzeugt die häufigsten Fehler.

Konkret: Eine per robots.txt gesperrte Seite kann trotzdem im Index landen, wenn andere Seiten auf sie verlinken – nur ohne Inhalt. Und ein noindex wirkt nur, wenn die Seite gecrawlt werden darf. Wer beides kombiniert, hebt die eigene Anweisung auf.

Canonical

Das Canonical-Tag benennt bei mehreren ähnlichen URLs die bevorzugte Fassung, die im Index stehen soll.

Es ist ein Hinweis, keine Anweisung. Google darf sich anders entscheiden, und tut das regelmäßig, wenn interne Verlinkung, Sitemap oder hreflang etwas anderes nahelegen. In der Search Console steht dann eine andere „von Google ausgewählte“ als „vom Nutzer angegebene“ kanonische URL. Jede Seite sollte auf sich selbst zeigen, solange es keinen Grund für etwas anderes gibt.

robots.txt

Die robots.txt im Wurzelverzeichnis steuert, welche Bereiche einer Website von welchen Bots abgerufen werden dürfen.

Sie regelt Zugriff, nicht Sichtbarkeit, und sie ist öffentlich lesbar – als Versteck also ungeeignet. Ihr wichtigster Einsatz heute ist die getrennte Steuerung von Suchmaschinen- und KI-Bots.

sitemap.xml

Eine XML-Sitemap listet die URLs auf, die eine Website indexiert sehen möchte, und hilft beim Auffinden neuer oder tief liegender Seiten.

Sie ist kein Rankingfaktor und keine Garantie für Indexierung. Hineingehören ausschließlich indexierbare, kanonische URLs mit Statuscode 200. Weiterleitungen, noindex-Seiten und kanonisierte Duplikate in der Sitemap sind ein Widerspruch im eigenen Signal.

hreflang

hreflang kennzeichnet Sprach- und Regionsvarianten derselben Seite, damit Nutzer die passende Fassung bekommen – etwa de-AT statt de-DE.

Die Auszeichnung muss wechselseitig sein: Jede Variante verweist auf alle anderen und auf sich selbst. Fehlt ein Rückverweis, wird die ganze Gruppe ignoriert. x-default benennt die Fassung für alles, was nicht zugeordnet werden kann.

Schema.org / strukturierte Daten

Schema.org ist ein gemeinsames Vokabular, mit dem sich der Inhalt einer Seite maschinenlesbar beschreiben lässt: Was ist ein Produkt, was ein Autor, was ein Datum. Ausgeliefert wird es üblicherweise als JSON-LD im Quelltext.

Der Nutzen hat sich verschoben. Früher ging es fast nur um Rich Snippets, heute ist es der zuverlässigste Weg, einer Maschine Fakten zu übergeben, ohne dass sie sie aus Fließtext raten muss.

Rich Snippet & AggregateRating

Ein Rich Snippet ist ein Suchergebnis mit zusätzlichen Elementen wie Sternen, Preis oder Verfügbarkeit, erzeugt aus strukturierten Daten. AggregateRating ist der Typ hinter der Sternebewertung.

Zwei Regeln entscheiden über Erfolg oder Abstrafung: Die Bewertungen müssen für Besucher auf derselben Seite sichtbar sein, und Selbstbewertungen der eigenen Firma auf der eigenen Website sind seit 2019 nicht mehr für Sterne qualifiziert.

Inhalt & Struktur

Suchintention

Die Suchintention ist das Ziel hinter einer Suchanfrage: sich informieren, eine bestimmte Seite ansteuern, Optionen vergleichen oder handeln.

Sie wird nicht geraten, sondern abgelesen: Was in den Top-10 tatsächlich rankt, ist die Antwort der Suchmaschine auf diese Frage. Wer gegen dieses Muster schreibt – Verkaufsseite gegen zehn Ratgeber – verliert unabhängig von der Textqualität.

Topical Authority

Topical Authority beschreibt, wie vollständig eine Website ein Themenfeld abdeckt – nicht wie gut eine einzelne Seite ist.

Der Effekt entsteht aus Vollständigkeit plus Verknüpfung: viele zusammengehörige Seiten, sinnvoll miteinander verlinkt, ohne offensichtliche Lücken. Genau deshalb ist ein Glossar ein Autoritätsinstrument und nicht nur eine Serviceleistung.

Pillar & Cluster

Ein Pillar ist die umfassende Hauptseite zu einem Thema, die Cluster sind die vertiefenden Unterseiten. Alle Cluster verlinken auf den Pillar, der Pillar auf alle Cluster.

Der Sinn ist nicht die Menge, sondern die klare Zuständigkeit: Jede Frage hat genau eine Seite, auf der sie beantwortet wird. Das ist zugleich die wirksamste Vorbeugung gegen Kannibalisierung.

Interne Verlinkung

Interne Verlinkung sind die Links innerhalb der eigenen Domain. Sie verteilen Relevanz, bestimmen die Klicktiefe und sagen über den Linktext, worum es auf der Zielseite geht.

Praktische Richtwerte: jede wichtige Seite in höchstens drei Klicks von der Startseite erreichbar, beschreibender Linktext statt „hier“ oder „mehr erfahren“, und Links im Fließtext zählen mehr als Links in Navigationselementen.

Keyword-Kannibalisierung

Kannibalisierung liegt vor, wenn mehrere eigene Seiten dieselbe Suchanfrage mit derselben Intention bedienen und sich gegenseitig die Position streitig machen.

Der Begriff wird überstrapaziert. Zwei Seiten zum selben Thema mit unterschiedlicher Intention sind kein Problem. Ein echter Fall zeigt sich in der Search Console daran, dass bei einer Suchanfrage die rankende URL zwischen zwei Seiten hin- und herwechselt.

E-E-A-T

E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness und stammt aus Googles Richtlinien für die menschlichen Qualitätsbewerter.

Es ist kein Rankingfaktor und keine Kennzahl, die irgendwo gemessen wird – sondern eine Beschreibung dessen, was die Systeme annähern sollen. Umsetzbar wird es über belegbare Dinge: benannte Autoren mit Profil, sichtbare eigene Erfahrung, Quellenangaben, Aktualisierungsdaten, erreichbares Impressum.

Ein Featured Snippet ist der hervorgehobene Antwortkasten über den regulären Ergebnissen. SERP-Features ist der Sammelbegriff für alle Elemente jenseits der klassischen blauen Links: Wissenspanel, Bilder, Video, „Ähnliche Fragen“, lokale Ergebnisse, KI-Übersichten.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie aus vorhandenen Seiten extrahiert werden. Wer extrahierbar schreibt – Frage als Überschrift, Antwort im ersten Absatz, kurze Absätze, saubere Listen – wird häufiger übernommen. Dasselbe Prinzip wirkt in KI-Antworten.

Messung

GSC- vs. GA4-Abweichung

Search Console und GA4 zeigen für denselben Zeitraum unterschiedliche Zahlen, weil sie an unterschiedlichen Stellen messen: die Search Console den Klick bei Google, GA4 den geladenen Seitenaufruf im Browser des Besuchers.

Dazwischen liegen Consent-Banner, Skript-Blocker, Abbrüche vor dem Laden und unterschiedliche Zeitzonen und Zuordnungsmodelle. Eine Abweichung ist der Normalfall, kein Fehler. Erklärungsbedürftig wird sie erst, wenn sie sich sprunghaft ändert.

DataPeak

Impressionen, Klicks und Ø-Position

Eine Impression zählt, wenn deine URL im Ergebnis erscheint – auch weit unten, auch ungesehen. Ein Klick zählt den Besuch aus dem Ergebnis heraus.

Die Ø-Position ist der über alle Impressionen gemittelte Rang und die am häufigsten falsch gelesene Zahl der Search Console. Sie kann sich verbessern, weil schlecht rankende Suchanfragen weggefallen sind, und verschlechtern, weil neue Suchanfragen dazugekommen sind. Ohne Filter auf eine einzelne Anfrage oder Seite sagt sie sehr wenig.

Mailto- und Tel-Klicks in GA4

GA4 erfasst Klicks auf mailto:- und tel:-Links nicht automatisch. Die automatische Messung erkennt ausgehende Links zu anderen Websites, nicht das Öffnen von Mailprogramm oder Telefon.

Für Websites, deren Conversion genau darin besteht, fehlt damit die wichtigste Kennzahl – ohne dass in der Oberfläche irgendwo eine Lücke sichtbar wäre. Nötig ist ein eigener Event-Listener oder ein Trigger im Tag Manager.

Warum GA4 Mailto- und Tel-Klicks nicht korrekt erfasst →

Core Update

Ein Core Update ist eine umfassende Änderung an Googles Bewertungssystemen, die über mehrere Wochen ausgerollt wird und sich auf alle Sprachen und Regionen auswirkt.

Es ist keine Strafe und richtet sich gegen nichts Bestimmtes: Bewertet wird neu, wodurch manche Seiten steigen und andere fallen, ohne dass sich an ihnen etwas geändert hat. Während des Rollouts zu reagieren ist der klassische Fehler – vorher liegen keine belastbaren Daten vor.

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